Südkorea – ein Überblick

von Daho Lee

Geografie und Topografie

Die koreanische Halbinsel (33˚- 43˚ Breitengrad; 124˚- 132˚ Längengrad) liegt im Zentrum von Nordostasien. China ist der westliche und Japan der östliche Nachbar. Die Halbinsel ist 950 km lang und 540 km breit. Südkorea umfasst insgesamt 100.364 km2. Mit Ausnahme des nördlichen Endes, das mit dem asiatischen Kontinent verbunden ist, ist die Halbinsel auf drei Seiten von Wasser umgeben, und 30 % bzw. 70 % des gesamten Territoriums entfallen auf Flachland und Berge. 15 % der Berge sind höher als 1.000m, 65 % der Berge niedriger als 500 m.

Der östliche Teil des Taebaeksan-Gebirges, das als das Rückgrat der koreanischen Halbinsel bezeichnet wird, ist höher als der westliche. Alle Flüsse entspringen in den hohen Bergen im Osten und münden in das West-und Südmeer. Die Ebenen in den Flusstälern eignen sich sehr gut für den Getreideanbau. Das Klima, das maßgeblich durch den gebirgigen Ostteil der Halbinsel geprägt ist, hat die Lebensgewohnheit der Menschen stark geprägt.



Südkorea im Überblick (Stand 2018)

· Name des Landes: Republik Korea
· Hauptstadt: Seoul (seit 1394)
· Nationalhymne: Aegukga
· Nationalflagge: Taegeukgi
· Nationalblume: Mugunghwa (Rose von Sharon)
· Sprache: KOREANISCH; HANGEUL
· Größe: 100,364㎢
· Geografische Lage: KOREANISCHE HALBINSEL
(LAT. 33˚ – 43˚; LONG. 124˚ – 132˚)
· Standardzeit: 9 Stunden vor Greenwich Mean Time
· Bevölkerung: 51,61 Millionen
· Politisches System: Demokratie, Präsidialsystem
· Präsident : Moon Jae-in (seit 2017)
· Wirtschaftliche Indikatoren
  – BIP: 1.619,8 Mrd. USD
  – BNE pro Kopf: 31.349 USD
  – BIP-Wachstumsrate: 2,7%
  – Währung: Won (1 USD = 1.115,7 KRW)

Diejenigen, die im östlichen Hochgebirge leben, müssen im Hinblick auf Transportmöglichkeiten so manche Unbequemlichkeit in Kauf nehmen, da der Osten im Vergleich zum Westen des Landes weniger entwickelt ist. Das hat aber wiederum den Vorteil, dass die Natur dort ursprünglicher geblieben ist. Deshalb ist der gebirgige Osten des Landes für viele heute ein beliebtes Reiseziel.

Die Ostküste Koreas verläuft ziemlich geradlinig. Das Auf und Ab der Gezeiten macht nur eine Differenz von 30cm aus. Das Meer ist entlang der Küste an den meisten Stellen tiefer als 1.000m. Nach den Messungen des Instituts für Hydrografik und Ozeanografie Korea liegt die tiefste Stelle des Ostmeers im Norden der Insel Ulleungdo. Dort ist das Meer 2.985m tief. Im Gegensatz dazu ist das Westmeer flach, wodurch die Entstehung eines ausgedehnten Wattenmeeres begünstigt wurde.

Während der Hochsaison zieht der Haeundae-Strand in Busan täglich rund 1 Million Besucher an. Gyeongpodae bei Gangneung und Daecheon an der Westküste sind im Sommer auch beliebte Urlaubsziele.

Beliebte Wintersportarten sind Ski – und Schlittschuhlaufen. Viele Skigebiete liegen in der Provinz Gangwon-do. Im Winter fallen dort oft 50 bis 60cm Schnee innerhalb von ein bis zwei Tagen. Im Frühling und Herbst liegen die Tagestemperaturen zwischen 15 bis 18 °C. Während dieser Zeit ist der Himmel klar, das Wetter ist freundlich und angenehm, sodass viele Menschen ihre Freizeit gern im Freien verbringen, Sport treiben oder verreisen.

Aufgrund der globalen Klimaerwärmung verändert sich das Wetter auch auf der koreanischen Halbinsel insofern, als es immer subtropischer wird. Im Sommer steigen die Temperaturen oft bis über 35 °C. Im Frühling blühen die Azaleen und Forsythien früher als sonst. Während der letzten vier bis fünf Jahre wurden klimabedingt neue Rekordtemperaturen gemessen. Im Dezember 2010 herrschte 39 Tage lang eine Kältewelle, die bis in den Januar des nachfolgenden Jahres andauerte.

In Donghae und Pohang gab es die heftigsten Schneefälle seit 79 Jahren. Im Juli 2011 wurde in Seoul und Umgebung die höchste Regenmenge seit Aufzeichnung meteorologischer Daten gemessen. Sommerhitzewellen sind häufiger geworden, und auch die Niederschlagsmuster ändern sich. Während der Monsunzeit fiel der Regen in der Vergangenheit aufgrund einer feuchten Front landesweit.

Heutzutage werden häufig strömende Regenfälle beobachtet, die Regen in ein konzentriertes Gebiet bringen. Im Winter fällt auch in konzentrierten Regionen tendenziell viel Schnee. Noch vor zehn Jahren war es normal, dass es alle drei bis vier Tage einen Wechsel von kalten und warmen Tagen gab. Auch das hat sich geändert.

Bevölkerung

Archäologen sind der Auffassung, dass sich bereits im Paläolithikum (Altsteinzeit), also etwa 700.000 v. Chr. die ersten Menschen auf der koreanischen Halbinsel niederließen. Heute leben 51,61 Millionen Menschen (2018) in Südkorea, 49,6 % davon in Seoul und Umgebung. Dies ist ein Anstieg von 0,5 % gegenüber 49,1 % im Jahr 2010, was einen deutlichen Trend zur Bevölkerungskonzentration in der Hauptstadt zeigt.

Inzwischen hat sich die niedrige Geburtenrate des Landes als ernstes soziales Problem herausgestellt. Die Gesamtfruchtbarkeitsrate, die die durchschnittliche Anzahl von Kindern darstellt, die eine Frau während ihres gesamten Lebens haben kann, sang 2017 auf das Rekordtief von 1,05, nachdem sie sich dank der staatlichen Maßnahmen zur Förderung der Geburt ein wenig erholt hatte. Die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2017 war mit 357.800 ebenfalls am niedrigsten. Mittlerweile liegt die Lebenserwartung der Südkoreaner mit 82,1 Jahren (Stand 2016) über dem OECD-Durchschnitt.

Die internationale Migration der Südkoreaner begann Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Menschen nach China und Russland abwanderten. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts nach der Befreiung Koreas 1945 waren die Vereinigten Staaten ihr Hauptreiseziel, obwohl die Koreaner auch begannen, sich in verschiedenen Regionen der Welt niederzulassen, einschließlich Europa, dem Nahen Osten und Südamerika.

Infolgedessen belief sich die Zahl der Koreaner im Ausland auf 7,43 Millionen (2017), verteilt auf 194 Länder. Statistiken zeigen, dass die meisten ausländischen Koreaner in China leben (2,55 Millionen), gefolgt von den Vereinigten Staaten (2,49 Millionen), Japan (820.000) und Kanada (240.000).

Seit 2011 ist die Zahl der Einwanderer nach Korea höher als die der Auswanderer. Schon seit dem Jahr 2000 kommen immer mehr Ausländer in das Land, um dort zu leben und zu arbeiten. Laut Statistik belief sich der Nettoabfluss 2017 auf 107.000, was einem Anstieg von 31.000 im Jahresvergleich entspricht, während 758.000 ausländische Staatsangehörige in das Land kamen. Bezüglich des Zwecks ihrer Einreise in das Land standen die Kurzzeitaufenthalten (38,6 %) an erster Stelle, gefolgt von den Beschäftigenten (26,7 %), Studienaufenthalten (12,8 %) und Einreisen ausländischer Koreaner (11,5 %). Insbesondere die Zahl der Ausländer, die zu Studien- oder Ausbildungszwecken nach Südkorea einreisen, stieg gegenüber dem Vorjahr um 10,3 %. Dies ist der größte Wert seit 2000 (Stand 2017).

Die Sprache und das Alphabet

Für die meisten Linguisten gehört die koreanische Sprache zur Familie der Altai-Sprachgruppe. Das koreanische Alphabet heißt Hangeul. König Sejong (1397 – 1450), der vierte Herrscher der Joseon-Dynastie, ließ es von einer Gruppe Gelehrter erarbeiten. Die Koreaner sind sehr stolz auf diese Leistung. Hangeul ist leicht zu lernen und zu schreiben.

Es besteht aus 14 Konsonanten und 10 Vokalen, mit denen man alle alle Laute des Menschen und der Natur ausdrücken kann. Die UNESCO verleiht jedes Jahr den „König-Sejong-Alphabetisierungspreis“ an Menschen, die sich für die Bekämpfung des Analphabetismus einsetzen. Die Tatsache, dass „König Sejong“ Namensbestandteil des Preises ist, zeigt, dass die gegenwärtigen Bemühungen der Forscher um die Weiterentwicklung des Hangeul auch international als eine große wissenschaftliche Leistung angesehen werden.

1. Das Nationale Hangeul Museum
Das Museum wurde gegründet, um den Wert von Hangeul und seiner Kultur zu bewahren, zu verbreiten und wiederherzustellen. Das Bild zeigt die in der Ausstellungshalle des Museums installierte Hangeul-Fotozone.

2. König Sejong der Große
Sejong war der vierte König der Joseon-Dynastie. Er hat Großes geleistet auf den Gebietender Wissenschaft, der Wirtschaft, der Verteidigung, der Kunst und Kultur. Eine seiner größten Leistungen war die Schaffung des Hangeul (1443), eines leicht zu erlernenden, effizienten und wissenschaftlichen Alphabets. König Sejong wird von den Koreanern als einer der größten Könige Koreas verehrt.

Die Nationalflagge (Taegeukgi)

Die Nationalflagge besteht aus einem roten und einem blauen Taegeuk-Muster in der Mitte und vier schwarzen Trigrammen an jeder Seite vor einem weißen Hintergrund. Taegeukgi wurde 1897 zum ersten Mal als Nationalflagge verwendet, als das koreanische Reich ausgerufen wurde. Das Muster der heutigen Taegeukgi hat sich etwas von der damals verwendeten Flagge geändert.

Der weiße Hintergrund ist das Symbol für die Reinheit und Friedfertigkeit der Koreaner. Das Taegeuk-Muster steht symbolisch für Yin und Yang (d.h., es liegt die Idee zugrunde, dass alle Dinge des Universums durch das Zuusammenspiel von Yin und Yang entstehen und sich weiterentwickeln).

Die vier Trigramme zeigen durch die Anordnung ihrer Zeichen die Veränderungen und die Entwicklung von Yin und Yang an („taegeukgi_symbol_yin.png“ steht für Yin und „taegeukgi_symbol_yang.png“ für Yang; taegeukgi_symbol3_geongwae.png [Geongwae] Himmel;taegeukgi_symbol4_gongwae.png [Gongwae] Erde;taegeukgi_symbol5_gamgwae.png [Gamgwae] Wasser; und taegeukgi_symbol6_igwae.png [Rigwae] Feuer). Die das Taegeuk umgebenden vier Trigramme stehen in Harmonie zueinander.

Das Taegeuk-Muster wurde schon im Alltag der Vorfahren gern verwendet. Die Nationalflagge, deren Mitte das Taegeuk-Muster aufweist, symbolisiert nicht nur das Universum, sondern auch das Ideal des Strebens der koreanischen Nation nach Kreativität und Wohlstand.

Die Nationalhymne (Aegukga)

Die Nationalhymne wurde 1935 von Ahn Eak-tai komponiert, der einen Text zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertonte. Die Hymne ist seit der Gründung der Republik Korea im August 1948 offiziell die Nationalhymne des Landes. Vorher wurde der gleiche Text zu der Melodie von Auld Lang Syne gesungen.

 

Die Mugunghwa (Sharonrose)

Die Mugunghwa steht symbolisch für die charakteristischsten Eigenschaften der Koreaner: Zuverlässigkeit, Innerlichkeit, Beharrlichkeit. Im späten 9. Jahrhundert sprachen die Chinesen von Korea als dem „Land der Mugunghwa“. Das koreanische Wort „Mugunghwa“ bedeutet wörtlich übersetzt „nie verwelkende Blume“. In einer Zeile der Nationalhymne heißt es: „Dreitausend herrliche Flüsse und Berge bedeckt mit den Blüten der Mugunghwa“. Die Mugunghwa ist auch in dem Emblem der Regierung und der Nationalversammlung zu erkennen.

Das politische System

Korea hat das Präsidialsystem übernommen, d.h. der Präsident wird für eine fünfjährige Amtszeit direkt vom Volk gewählt. Der gegenwärtige Präsident Moon Jae-in wurde am 10. Mai 2017 zum 19. Präsidenten Südkoreas gewählt.Die Regierung ruht auf drei Säulen, der Exekutiven, der Legislativen, bestehend aus 300 Mitgliedern der Nationalversammlung, die alle vier Jahr gewählt werden, und der Judikativen, zu der 14 Oberste Richter gehören, die sechs Jahre im Amt sind. Es gibt 17 Regional- und 226 Kommunalverwaltungen, deren Mitglieder für jeweils vier Jahre gewählt werden.

Teilung des Landes

Seit 1948 gibt es zwei koreanische Staaten mit einer jeweils eigenen Regierung, die nach internationalem Recht als zwei Staaten anerkannt sind, die Republik Korea und die Demokratische Volksrepublik Korea. Im September 1991 wurden beide Staaten gleichzeitig Mitglieder der Vereinten Nationen. Südkorea betrachtet Nordkorea jedoch als Teil der Republik Korea und hat das auch so in seiner Verfassung verankert.